Identitätsdiebstahl bei Google+ verärgert Bank of America

Unternehmen zeigen sich in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ gerne nah am Kunden. Wenn allerdings Unbekannte im Namen des Unternehmens eine Fake-Seite eröffnen und damit Kunden beleidigen schlägt die Stimmung schnell um.

Identitätsdiebstahl bei Google+ verärgert Bank of America

Identitätsdiebstahl bei Google+ verärgert Bank of America

Laut einem Bericht bei Handelsblatt Online sorgte ein Unbekannter bei Google+ für eine ganz eigene Bankenkrise. Die durch die Finanzkrise und ungeliebte Gebührenentscheidungen bei ihren Kunden eh schon mit Zweifeln betrachtete Bank of America sorgte mit ihrem vermeindlichen Auftritt bei Google+ für weiteren Unmut. Dabei war das Unternehmen in diesem Falle unschuldig an der negativ-PR, ein Unbekannter beleidigte im Namen der Bank fleißig Kunden der Bank und sorgte mit flapsigen Kommentaren für Aufregung.

Einige Anhänger der „Occupy Wall Street“-Bewegung dürften angesichts von Kommentaren wie „Wir sind entschlossen, so viel Geld wie möglich zu machen aus Wucher, Bestechung, Insiderhandel, Erpressung und Kartengebühren“ oder „Heute große Firmenfeier im zwangsversteigerten Haus Nr. 2340087“ der Meinung sein, dass die Mitarbeiter dort endlich schreiben was sie denken. Verärgert wurden sie dennoch, zu den Protestlern hieß es auf der falschen Google+-Seite „Setz dich hin und halt die Klappe, sonst pfänden wir dein Haus“.

Auch wenn die Seite sich „offiziell“ nannte und mit Logo und korrekter Kontaktadresse versehen war, handelte es sich doch um eine Fälschung. Der Unbekannte Täter musste zu diesem Zwecke noch nicht einmal die Seiten der Bank of America hacken sondern die Unternehmensseite nur unter falschem Namen selbst eröffnen. Er kam damit der echten Bank um einige Tage zuvor und stellte die Seite nur einen Tag nachdem Google+ eine Plattform für Unternehmen freischaltete online. Anschließend dauerte es noch eine ganze Woche, bis die Fälschung bemerkt und von Google gelöscht wurde. Offenbar traf die gefälschte Offenherzigkeit des falschen Unternehmensauftritts den Humor anderer Nutzer von Google+: Die gefälschte Seite konnte am Ende 27 Mal mehr Fans aufweisen als der echte Auftritt der Bank bei Google+.

Google+ wird sich nun Gedanken machen müssen, wie das Netzwerk vor weiteren Fake-Seiten geschützt werden kann. Vor einiger Zeit wurde bereits der Unterhaltungskonzern Disney Opfer einer solchen Fälschung, bei Twitter gab sich ein Unbekannter als Mineralölkonzern aus und twitterte über die Ölpest im Golf von Mexiko. Neu sind derartige Fakes also nicht, die Unternehmen werden auch in Zukunft selbst in sozialen Netzwerken nach Fälschungen ihrer Auftritte suchen müssen.